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Remmert: Lagertechnik, die mitwächst

: Remmert


Erfolgreiche Industrieunternehmen passen sich wechselnden Marktbedingungen immer wieder an. Voraussetzung dafür ist allerdings eine hohe Flexibilität in der firmeninternen Logistik und Fertigung. Und damit sind nicht die üblichen Kompromiss- und Zwischenlösungen gemeint, die langfristig zu zerrissenen Materialflüssen und ineffizienten Prozessen führen. Maximale Flexibilität erzielen vielmehr jene Unternehmen, die von Beginn an auf mitwachsende Technologien setzen – wie der Intralogistik-Hersteller BEUMER.

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Lagerübersicht: links Kassettenlager - rechts Blechlager nach Umzug.

Lagerübersicht: links Kassettenlager - rechts Blechlager nach Umzug.

An seinem Stammsitz Beckum in Nordrhein-Westfalen automatisierte der Intralogistik-Hersteller BEUMER den Bereich der Rohstofflagerung bereits Mitte der 80er-Jahre. Dafür integrierte das Unternehmen zwei vollautomatische Lagersysteme der Friedrich Remmert GmbH: ein Blechlager mit knapp 200 Paletten und in unmittelbarer Nachbarschaft ein Langgutlager mit rund 250 Kassetten. Um die beiden Anlagen gruppieren sich diverse Laser- bzw. Sägemaschinen, die früher manuell von Lagermitarbeitern bestückt wurden. Das entscheidende Ergebnis der Lagerintegration war eine effiziente, transparente und platzsparende Materialbevorratung.

Im Laufe der folgenden Jahre expandierte BEUMER stark – dementsprechend ging auch der Produktions-Output steil nach oben. Um die Fertigungsprozesse optimal auf die neuen Anforderungen auszurichten, entschied sich das Unternehmen kurz nach der Jahrtausendwende für eine Modernisierung der Lagersysteme und eine noch stärkere Automatisierung des Materialhandlings. Die Automationsexperten von Remmert schlossen daher die Lasermaschinen mechanisch und IT-technisch an das Blechlager an. Gleiches galt für das Langgutlager: Auch hier wurden die Sägemaschinen integriert. Auf diese Weise entstanden zwei vollautomatische Fertigungszellen in der Materialvorbereitung, die eine extrem hohe Maschinenauslastung und einen mannarmen bzw. mannlosen Betrieb ermöglichten.

Ausgangssituation vor zweiter Modernisierungswelle

Nach der ersten Prozessstrukturierung vergingen wiederum rund 10 Jahre. „In dieser Zeit haben wir den Output unserer Produktion stetig ausgebaut und unseren Umsatz mehr als verdoppelt“, beschreibt Martin Hörster, Director Technology bei der BEUMER-Gruppe, die erneute Expansionswelle des Beckumer Unternehmens. „Unsere
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Gesamtansicht Blechlager.

Gesamtansicht Blechlager.

bestehenden Materialflüsse und Produktionsprozesse mussten nun dringend auf die aktuellen Leistungsdaten ausgerichtet und modernisiert werden.“ Schließlich hatte sich in der Produktion des Intralogistik-Herstellers ein tief greifender Wandel vollzogen. Die Lagerkapazitäten im Bereich Blech waren längst nicht mehr angemessen. Das Unternehmen mietete inzwischen sogar eine separate Halle, um die Materialverfügbarkeit an Blechen sicherzustellen.

Eine gegenteilige Entwicklung verzeichnete BEUMER beim Bedarf an Langgütern. Dieser war immer weiter zurückgegangen. Davon abgesehen hatten sich bereits ineffiziente Arbeitsmuster eingeschlichen: Zur Einlagerung der Bleche fuhr ein 8-Tonnen-Stapler quer durch die gesamte Produktion. Aufgrund seines großen Wenderadius mussten die BEUMER-Mitarbeiter oftmals in den Gassen abgestelltes Material beiseite schaffen. „Auf Basis der bestehenden Technik planten wir daher eine umfassende Prozessrestrukturierung inkl. eines vollständigen Anlagenretrofits“, führt Martin Hörster weiter aus.



Lagermodernisierung, -erweiterung und –umzug

Gemeinsam mit BEUMER entwickelte der Lagerlogistik- und Automatisierungsexperte Remmert das neue Materialflusskonzept. Es sah u. a. vor, die beiden Lagersysteme zukünftig räumlich zu trennen. Bislang hatten sie direkt nebeneinander an einer Hallenwand gestanden. Nun sollte das Blechlager in Richtung Langgutlager erweitert werden. Dies erforderte zunächst den Umzug des Langgutlagers. Innerhalb kürzester Zeit demontierte Remmert die komplette
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Blechlager mit RBG.

Blechlager mit RBG.

Anlage und baute das System um 90 Grad gedreht und um eine Gasse verschmälert entlang der angrenzenden Hallenwand wieder auf. Der so gewonnene Raum neben dem Blechlager konnte nun für die Erweiterung des Blechsystems genutzt werden.

Remmert ergänzte die knapp 200 Palettenplätze große Anlage um 136 zusätzliche Lagerorte. Insgesamt verfügt das System so über 20 Lagertürme, verteilt auf 2 Lagergassen. In deren Mitte verfährt ein Regalbediengerät (RBG) und realisiert die vollautomatische Ein- und Auslagerung der Bleche. Nach der Lagererweiterung modernisierte Remmert das komplette RBG inkl. aller Steuerungselemente sowie Schaltschränke. Außerdem erneuerte der Dienstleister die gesamte Antriebs- und Steuerungstechnik sowie das Sicherheitskonzept im ursprünglichen Teil des Blechlagers und brachte das integrierte Warehouse-Management-System PRO WMS und dessen Schnittstelle zum übergeordneten ERP-System von BEUMER auf den aktuellen Stand der Technik. Parallel erfolgte die Integration von zwei neuen Bystronic-Lasermaschinen, die Remmert direkt an das Lagersystem anschloss. „Die Leistung unseres neuen Blechlagers ist beeindruckend: Das RBG fährt 136 zusätzliche Lagerplätze an und schafft es dennoch problemlos, die beiden neuen und damit um 30 Prozent schnelleren Lasermaschinen ohne jede Wartezeit kontinuierlich mit Material zu versorgen“, beschreibt Martin Hörster die Anlagenleistung.

Besonderheiten

Das verbesserte Materialflusskonzept vereinfacht außerdem die Einlagerung der Blechplatinen: Bislang fuhr ein 8-Tonnen-Stapler quer durch die gesamte Produktion, bis er zur Einlagerstation des Blechlagers gelangte. Nun werden die Bleche außerhalb der Produktions- und Lagerhalle vom Lkw entladen und über eine überdachte Einlagerstation,
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Einlagerwagen fürs Blechlager fährt unter Kassettenlager durch.

Einlagerwagen fürs Blechlager fährt unter Kassettenlager durch.

die sich als Durchbruch in der Hallenwand befindet, auf einen Verfahrwagen gesetzt. Der Wagen transportiert das Material schienengeführt durch die Produktionshalle bis zum Blechlager. Dort übernimmt das RBG die Platinen und weist ihnen vollautomatisch einen Lagerplatz zu. Abgesichert sind die neuen Prozesse durch ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept mit Ampelanlagen und Personenlichtschranken, das die Remmert-Experten speziell für die BEUMER-Produktion entwickelten.

Um diese effizienten Einlagerungsprozesse zu ermöglichen, musste der Durchbruch für die Blecheinlagerstation genau an der Hallenwand erfolgen, an die das Langgutlager umgesetzt wurde. Das heißt konkret: Der Verfahrwagen des Blechlagers fährt nach seiner Beladung durch den Hallenwanddurchbruch, dann weiter unter dem Langgutlager hindurch, anschließend durch die Halle bis hin zum Blechlager. Aus diesem Grund entfernte der Modernisierungsexperte im unteren Teil eines Langgutlagerturms einige Kassettenplätze und baute das System geringfügig um, sodass ein kleiner Tunnel innerhalb der Anlage entstand. „Seit dem Retrofit lagern wir an beiden Systemen extrem schnell und sicher ein – und sind dabei komplett unabhängig von allen weiterführenden Produktionsprozessen“, freut sich der Projektverantwortliche Hörster. „In Zahlen ausgedrückt bedeutet das eine Zeitersparnis im Wareneingang von mindestens 50 Prozent.“

Überzeugende Ergebnisse

„Die komplette Lagerhaltung und Materialvorbereitung von BEUMER ist mittlerweile geprägt von effizienten und strukturierten Material- und Datenflüssen“, betont Frank Baudach, Verkaufs- und Projektleiter bei Remmert. „Die
verschiedenen Optimierungen und Restrukturierungen ermöglichen beste Ergebnisse. Daher war die Anschaffung neuer Lagersysteme nicht erforderlich. Schließlich sind unsere Systeme extrem flexibel und lassen sich immer wieder problemlos an neue Anforderungen anpassen.“

Lagerübersicht: links Kassettenlager - rechts Blechlager nach Umzug.
Gesamtansicht Blechlager.
Blechlager mit RBG.
Einlagerwagen fürs Blechlager fährt unter Kassettenlager durch.


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