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Mehr als nur eine Presse

: Tox Pressotechnik


Wer für Produktions- und Montagearbeiten nur reine Presskraft benötigt, dürfte am Markt schnell fündig werden. Wer aber ein anwendungsflexibles und universell einsetzbares Pressensystem sucht, das trotz Mehrleistungen nicht gleich den Investitionsrahmen sprengt, der muss schon genauer hinschauen.

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Der Arbeitsbereich des PCG-Pressensystems: Von links werden per Roboter die Werkstücke zugeführt und in das Biegewerkzeug eingelegt, von rechts holt ein weiterer Roboter die fertigen Präzisionsteile aus dem Werkzeug und legt sie ab.

Der Arbeitsbereich des PCG-Pressensystems: Von links werden per Roboter die...

Grundsätzlich gelten die mitteleuropäischen Hersteller und Zulieferer von mechanischen oder mechatronischen Komponenten, Baugruppen und Komplettgeräten als relativ anspruchsvolle Klientel, wenn es um die Ausrüstung mit Maschinen, Vorrichtungen und Werkzeugen geht. Die Gründe dafür sind vielfach – zum einen gibt es bei den Herstellern und deren Endkunden ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, zum anderen stehen mitteleuropäische Produzenten und damit die Zulieferer unter einem hohen Preis- und Termindruck, der wegen der Globalisierung in der Produktion ständig zunimmt. Folglich gilt es, durch einen Mix aus Technologieeinsatz, Know-how, Kreativität, qualifizierten Fachkräften und leistungsfähigem Equipment, die Wettbewerbskraft hochzuhalten bzw. nachhaltig zu unterstützen.

Wie dies, in Verbindung mit angepassten Produktionseinrichtungen, dauerhaft zum Erfolg führen kann, verdeutlicht das Unternehmen Fritz Schiess AG Feinschnitt-Stanzwerk in Lichtensteig (CH). Von Fritz Schiess-Forrer im Jahr 1920 auf der Grundlage des damals revolutionären Feinschneid-Verfahrens gegründet, hat sich daraus bis heute ein Feinschneidteile-Produktionswerk mit 170 Beschäftigten entwickelt. Nach wie vor befasst man sich mit Entwicklung und Produktion von hochwertigen Feinschneidteilen und liefert Serien ab 500 und bis Millionen Stück in die ganze Welt. Laut Fritz Schiess ist ein großer Anteil am Erfolg vor allem darauf zurückzuführen, dass man nicht nur die Feinschneid-Technologie in all ihren Facetten beherrscht, sondern auch die Werkzeuge und über lange Zeit hinweg sogar die Feinschneid-Pressensysteme komplett im eigenen Haus konstruiert und gebaut hat, und bis auf die Pressen
nach wie vor baut.

Alternatives Pressensystem für die weitere Blechteile-Bearbeitung gesucht

Dazu erläuterte Fritz Schiess: „Wir haben jährlich etwa 2.000 unterschiedliche Teile in allen Stückzahlen zu fertigen. Das geschieht je nach benötigter Teileanzahl und Kapazität der Pressen und Maschinen im 1-, 2- oder an Schlüsselstellen sogar im 3-Schichtbetrieb. Wir schleusen jedes Jahr so an die 3.000 Tonnen Stähle, Rostfrei-Materialien und NE-Metalle durch und müssen unsere Kunden JIT-orientiert absolut termingerecht beliefern. Das geht nicht ohne hochleistungsfähige und permanent verfügbare Feinschneid-Pressen, zusätzliche Pressensysteme für die Weiter- und Fertigbearbeitung von Blechteilen und spezielle Maschinen, von denen wir im Schichtbetrieb schon sehr viel verlangen. Deshalb haben wir bis vor zehn Jahren auch unsere Feinschneid-Pressen komplett selbst gebaut – konzentrieren uns heute aber auf Werkzeuge, Vorrichtungen und weitere Ausrüstungen für die rationelle Fertigung der Kundenteile.“

Als nun aus Altersgründen die Ersatzbeschaffung für eine konventionelle Exzenterpresse zur weiteren Bearbeitung von Feinschneidteilen anstand, galt es, einen Pressenlieferanten und geeignete Pressensysteme zu finden, die den hohen Ansprüchen der Fritz Schiess AG und deren Mitarbeitern entsprechen. Christian Lippuner, im Unternehmen u. a. für die Arbeitsvorbereitung (AVOR) und die Produktionseinrichtungen zuständig, stellte hierzu klar: „Wir haben uns auf dem Markt umgeschaut und zunächst das eine oder andere Modell angesehen. Doch irgendwie waren wir nicht so ganz überzeugt und haben uns deshalb weitergehend informiert. So trafen wir – sozusagen kurz vor Torschluss – an einer Metall-Fachmesse auf die Pressen der Firma TOX® PRESSOTECHNIK und waren davon recht angetan. Wir formulierten Forderungen und Wünsche – die Anwendungstechniker von TOX® gingen gerne darauf ein.
Wir suchten eine Presse für begleitende Arbeiten um das Feinschneiden, wie zum Beispiel Biegen, Prägen und Umformen, und erhielten schließlich, auf Basis des TOX®-Pressen-Baukastens, ein speziell auf unsere Bedürfnisse angepasstes Pressensystem für den flexiblen Produktionseinsatz.“

Universal-Presse konfiguriert aus dem Standard-Baukasten

Das heute im Einsatz befindliche Universal-Pressensystem besteht aus einer C-Gestell-Presse vom Typ PCG für max. 150 kN Belastbarkeit, ausgeführt in schlanker und kompakter sowie hochstabiler Bauweise. Da eine zentrale Forderung von Schiess darin bestand, bestehende Werkzeuge aufnehmen und Zusatzfunktionen integrieren zu können, wurde der Pressentisch auf 496 x 546 x 96 mm (L x B x H) vergrößert und auch die Ausladung auf 320 mm erweitert. Als Ersatz für die bereits erwähnte Exzenterpresse, die außerdem mit einem Tellerfeder-gestützten Ziehkissen ausgerüstet war, wurde die C-Gestell-Presse PCG mit zwei getrennt anzusteuernden Presskraft-Antrieben versehen. Für den Stößelantrieb mit 300 mm Hub (davon 40 mm Krafthub) ist ein leistungsfähiger pneumohydraulischer TOX®-Kraftpaket-Zylinder KWE 30.300.40 eingebaut, der bei 10 bar Luftdruck bis zu 300 kN Presskraft aufbringt und somit genügend Reserven bietet. Als Gegendruck-/Ziehkissen-Antriebseinheit ist ebenfalls ein Kraftpaket-Zylinder installiert, allerdings die Bauform KT 05.0228 mit 50 mm Gesamthub, der gleichzeitig auch den nutzbaren Krafthub (50 mm) darstellt. Der KT-Antriebszylinder entwickelt bei 6 bar Luftdruck eine max. Presskraft von 43 kN. Da beim KT-System der Zylinder und der Druckkraft-Übersetzer getrennt anzuordnen sind, fanden sowohl der Übersetzer als auch weitere Aggregate problemlos im unteren Teil des Pressengestells Platz. Zum weiteren Lieferumfang gehörten dann noch eine T-Nut mit Zentrumsbohrung im Pressentisch, Wechselteile für die Ziehkissen-Funktion, Positionsgeber und Kraftaufnehmer zur Hubabfrage, Überwachung und Steuerung, eine Werkzeugaufnahme, die Schutzhaube, eine elektrische Zweihand-Sicherheitssteuerung und die SPS für die Pressenfunktionen.

Weil die Presse zusätzlich
mit einer Standard-Einpressüberwachung TOX®-EPW ausgerüstet wurde, ist es möglich, alle Prozesse, bei denen exakt definierte funktionelle Zusammenhänge zwischen zwei Messgrößen nachgewiesen werden müssen, lückenlos zu überwachen: Einpress- ,Füge-, Dreh- oder Schwenkvorgänge und dies in Form von Kraftweg-, Drehmoment- oder Winkel-Verläufen und dergleichen mehr.

Resümee

Es lassen sich in bis zu 100 verschiedenen Messprogrammsätzen unterschiedlichste Werkstück-Typen speichern und jederzeit abrufen. In Kombination mit der Pressensteuerung hat dies den Vorteil, dass bei Umrüstungen keine langen Stillstandzeiten entstehen und lediglich die Werkzeuge und Werkstückaufnahmen gewechselt werden müssen. Abschließend meinte Fritz Schiess: „Je nach Auftrag rüsten wir die Presse einmal am Tag oder auch zwei bis drei mal pro Woche um. Das geht sehr schnell und inklusive des Programmwechsels absolut problemlos vonstatten. Wir sind mit dem Pressensystem von TOX® PRESSOTECHNIK für die universell-flexible Blechteile-Bearbeitung sehr zufrieden und planen den Einsatz weiterer TOX®-Pressen. Was uns jedoch besonders beeindruckte, waren die Kundennähe und die Offenheit gegenüber unseren Wünschen. Des Weiteren ließ sich das Pressensystem trotz der Zusatzforderungen weitgehend und damit relativ kostengünstig aus dem TOX® Standard- Pressen-Baukasten realisieren. Zu guter Letzt konnte das Pressensystem trotz des mittlerweile hohen Zeitdrucks schnell geliefert werden, so dass wir keine Liefer-Unterbrechung mangels Produktionstechnik-Alternative zu verzeichnen hatten.“

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Bericht in folgenden Kategorien:
Steuerungen, Vorrichtungen allgemein

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